Die goldene Stunde: Ausbezahltes Pensionskassen-Geld clever anlegen

Die goldene Stunde: Ausbezahltes Pensionskassen-Geld clever anlegen 28.02.2024

Die Entscheidung, ob Pensionskassen-Rente oder -Kapital, sollte individuell abgewogen werden, da beide Optionen ihre Vor- und Nachteile haben. Die lebenslange Rente bietet eine stabile Einkommensquelle bis ans Lebensende, unabhängig von wirtschaftlichen Schwankungen oder individuellen Investitionserfolgen. Die monatlichen Rentenzahlungen helfen, finanzielle Unsicherheiten im Alter zu minimieren und ermöglichen eine bessere Budgetplanung. Die Rente muss aber zu 100 Prozent als Einkommen besteuert werden.

Mehr Flexibilität bei Kapitalauszahlung

Die Kapitalauszahlung ermöglicht eine grössere Flexibilität in der Verwendung des Guthabens. Dies eröffnet Möglichkeiten zur Investition oder der Realisierung persönlicher Projekte. Versicherte können das Kapital für die finanzielle Absicherung ihrer Familie oder für die Vermögensweitergabe planen. Durch geschickte Anlagen kann das Kapital eine Rendite erwirtschaften, die über die monatlichen Rentenzahlungen hinausgeht. Bei Auszahlung des Pensionskassenkapitals fällt eine einmalige Steuer an, danach ist das Kapital als Vermögen steuerbar und für die Kapitalerträge gibt es Einkommenssteuern.

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Um den Lebensstandard nach der Pensionierung halten zu können, braucht es eine sorgfältige Finanzplanung.

Die Entscheidung für das Rentenmodell oder die Kapitalauszahlung sollte gut überlegt sein und unter Berücksichtigung des individuellen Zeitpunkts getroffen werden. Professionelle Finanz- und Steuerberatung ist entscheidend, um die steuerlichen Implikationen zu verstehen und die optimale Lösung zu finden. Das Gesetz sieht auch Hinterlassenenleistungen vor. Die Art und Höhe variieren je nach Pensionskasse und individuellen Vereinbarungen, was bei der Entscheidung eine wichtige Rolle spielen sollte. Denkbar ist stets auch eine Mischform aus Kapitalbezug und Rente.

Diversifizierung nach Risikobereitschaft

Wer sich für die teilweise oder gesamte Auszahlung des Pensionskassenkapitals entscheidet, muss in der Lage sein, dies selbst zu investieren oder die Verwaltung des Vermögens an eine Bank oder einen anderen Vermögensverwalter delegieren. Wer das Vermögen selbst verwalten möchte, sollte schon über einige Erfahrung mit Kapitalanlagen verfügen.

Die klassische Portfoliotheorie bietet eine gute
Orientierungshilfe, um das Pensionskassen-Geld sinnvoll anzulegen.

Um sinnvolle Anlageentscheidungen zu treffen, muss man allerdings nicht allzu weit suchen. Eine gute Basis liefert die moderne Portfoliotheorie, welche alle wichtigen Anlageklassen wie Aktien, Obligationen, Immobilien und Rohstoffe berücksichtigt und je nach Risikobereitschaft stärker oder weniger stark gewichtet. Anlageberater und Vermögensverwalter empfehlen, rund 10 Prozent des Anlagekapitals in Gold oder andere Edelmetalle zu investieren. Beim gegenwärtigen Umfeld mit steigenden Preisen, wirtschaftlichen Unsicherheiten und den zahlreichen geopolitischen Verwerfungen kann es auch etwas mehr sein.

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Wer gut abgesichert sein möchte, investiert einen Teil des Anlagekapitals physisch in Gold.

Einen gewissen Anteil physisch in Gold investieren

Für die meisten Anlageklassen gibt es heute günstige ETFs oder Indexfonds, bei denen die Gebühren besonders tief ausfallen. Bei Gold-ETFs gilt es aber zu berücksichtigen, dass man dabei ein Gegenparteirisiko hat und es in vielen Fällen schwierig bis unmöglich ist, sich das Gold bei Bedarf physisch auszahlen zu lassen. Wer auf Nummer sicher gehen will, legt immer einen gewissen Anteil physisch in Gold an, also in Münzen oder Barren.

Mit dem Fortschreiten des Pensionsalters wird der Anlagehorizont
kürzer und die Risikobereitschaft sollte abnehmen.

Die Risikobereitschaft sollte mit dem Fortschreiten des Pensionsalters abnehmen, weil der Anlagehorizont zunehmend kürzer wird. Um die Risiken im Auge zu behalten, gibt es zwei bewährte Modelle. Das Etappenmodell und ein Modell, das ähnlich funktioniert wie eine Pensionskasse.

Beim Pensionskassen-Modell ergibt sich der Spielraum für die Anlagestrategie aus der Höhe der Wertschwankungsreserve. Die Wertschwankungsreserve ist die Differenz des total zur Verfügung stehenden Kapitals und dem Gesamtbetrag, der im Laufe der Jahre (z.B. 20 Jahre) für den Lebensunterhalt verwendet werden soll.

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Um entsprechend der Risikomöglichkeiten investieren zu können, kann der Kapitalverzehr etappiert werden.

Beim Etappenmodell investiert man einen ersten Teil des Kapitals sehr kurzfristig (z.B. Sparkonto, Festgeld, Obligationen). Dieses Geld braucht man innerhalb der ersten Etappe (z.B. 10 Jahre) schrittweise auf. Den anderen Teil investiert man währenddessen in risikoreichere Anlagen wie Aktien. Dieser zweite Teil des Geldes steht dann während der zweiten Etappe zur Verfügung. Das Etappenmodell lässt sich mit einer beliebigen Anzahl von Etappen umsetzen. Sinnvoll ist wohl eine Anzahl von zwei bis fünf Etappen zwischen Pensionierung und dem Erreichen des erwartbaren Lebensalters.

Etappen kennen wir auch im Radsport, welcher in der Schweiz eine lange Tradition und zahlreiche Erfolge vorzuweisen hat. Sofort kommen einem Grössen wie Fabian Cancellara und Hugo Koblet in den Sinn. Hugo Koblet gewann die prestigeträchtige Tour de France mit rekordverdächtigen 22 Minuten Vorsprung. Der Stadtzürcher feierte 5 Etappensiege, darunter eine Solo-Flucht über 135 Kilometer. Fabian Cancellara wiederum gehört zu den weltweit erfolgreichsten Radrennfahrern des frühen 21. Jahrhunderts. Er war wiederum ein Spezialist für Einzelzeitfahren und schwere Eintagesrennen. Zwei Fahrer, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, doch in ihren jeweiligen Disziplinen grosse Erfolge feierten.

Ich wünsche Ihnen für diese Woche, dass Sie die für Ihre Ansprüche richtige Etappe finden und erhoffe für Sie dazu eine glorreiche Ankunft!

Mit goldenen Grüssen

Christian Brenner

Zum Autor

Christian Brenner, Geschäftsführer philoro SCHWEIZ AG

Christian Brenner hat Publizistik und Kommunikationswissenschaften studiert und ist seit 2017 Geschäftsführer des inhabergeführten Familienunternehmens philoro sowie Verwaltungsrat der philoro Global Trading, der philoro North America und der philoro International Holding. Zuvor hatte er 2011 bis 2019 als Geschäftsführer der philoro EDELMETALLE GmbH in Deutschland agiert. Er ist zudem als Gastdozent an der Universität St. Gallen (HSG) tätig und Mitglied mehrerer Handelsausschüsse der IHK.

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