Gold weiterhin in der Korrekturphase – Gold. Markt. News. Woche 42, 2022

Gold weiterhin in der Korrekturphase – Gold. Markt. News. Woche 42, 2022 24.10.2022

Woche 42, 2022

Insights

Bestseller:

Unsere Bestseller der letzten Woche in Gold waren der Gold Maple Leaf 1oz und das Gold Vreneli 20 Franken. Bei Silber konnte sich der Silber Britannia an die Spitze kämpfen und bei den Barren war der Silber 100 g der Beliebteste.

Frequenz:

Die Frequenz in der letzten Woche hat etwas nachgelassen, diese ging im Vergleich zur Vorwoche um 7% zurück.

Ankauf vs. Verkauf:

In der letzten Woche sahen wir das Verkauf- zu Ankaufverhältnis bei 1:12. Das heisst, es wurden 12-mal mehr Anlageprodukte von Kunden gekauft als verkauft.

Edelmetalle

Die Preise für Gold sind in der vergangenen Woche gefallen, um gegen Ende der Woche wieder etwas aufzuholen. Gold schliesst die Woche bei CHF 1,651.- pro Unze mit einem leichten Minus von 0.25 %. Seit dem Jahreshoch im März dieses Jahres befindet sich Gold weitesgehend in einer Korrekturphase. Silber schloss die Woche nach kämpferischen Tagen bei CHF 19.20 und einem schönen Plus von 4.5 %. Der Preisrückgang in dieser Woche war weitestgehend auf die Renditen zurückzuführen: 10-jährige US-Anleihen stiegen in der letzten Woche um 0.27 %, während die realen Renditen um weitere 0.10 % stiegen, da die Opportunitätskosten für das Halten des Edelmetalls weiter steigen.

Angesichts der Preisentwicklung, der Abflüsse bei den börsengehandelten Goldfonds und der nach wie vor negativen Netto-Leerverkaufsposition auf dem Markt für Gold-Futures mit verwaltetem Geld ist es keine Überraschung, dass die Stimmung gegenüber dem Edelmetall weiterhin etwas angespannt ist. Ein Beleg dafür ist ein Artikel des Wall Street Journals vom 18. Oktober unter dem Titel "Only the Fed Can Return Gold's Lost Luster" (Nur die US-Notenbank kann Gold den verlorenen Glanz zurückgeben). Erstaunlicherweise ignorieren die Marktteilnehmer die rekordhohe Inflation und die Rezsessionsszenarien und drückten den Goldpreis in den letzten sieben Monaten nach unten.

Kurzfristig ist es leicht zu verstehen, warum viele Marktteilnehmer davon ausgehen, dass der Goldpreis weiter fallen wird. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die Inflationsraten abschwächen und es wird erwartet, dass die US-Notenbank die Leitzinsen weiter anhebt, so dass die Realrenditen weiter steigen dürften. Was aber manchmal aus den Augen verloren geht ist die mögliche Rezession.

Der US-Dollar, der in dieser Woche gegenüber dem japanischen Yen die Marke von 150 Punkten überschritten hat (ein Höchststand, der auf August 1990 zurückgeht) und in diesem Jahr gegenüber der japanischen Währung um 30 % gestiegen ist, steigt weiter an. Dies belastete den Goldpreis zunehmend.

Unserer Meinung nach gibt es mehrere mögliche Antworten, warum Gold bald seinen Tiefpunkt erreicht haben könnte. Die Inflation geht möglicherweise nicht so schnell zurück, wie vom Markt erwartet. Eine Wende in der Geldpolitik der US-Notenbank, bei der die Notenbank ihre Geldpolitik doch eher zurückhaltend gestalten könnte, dürfte für Gold weitaus günstiger sein als für Aktien.

Wir verweisen auch auf die Prognosen der jüngsten jährlichen Edelmetallkonferenz der London Bullion Market Association (LBMA), die in der letzten Woche in Lissabon stattfand. Die Delegierten sagten voraus, dass der Goldpreis in einem Jahr auf USD 1830.50 pro Unze steigen könnte. Sollte sich dies bewahrheiten, würde dies einen Preisanstieg von 12% gegenüber dem derzeitigen Niveau bedeuten.

Was ist, wenn die Inflation nicht sinkt?

Trotz des Anstiegs der Gesamtinflationsraten in den Industrieländern auf ein Mehrjahrzehnthoch im Jahr 2022 sind die Anleger im Grossen und Ganzen nicht besorgt über den langfristigen Preisdruck, denn die Markterwartungen hinsichtlich der künftigen Inflationsraten sind in diesem Jahr sogar gesunken.

Tatsächlich liegen sowohl die 5-Jahres- als auch die 10-Jahres-Breakeven-Inflationsraten (d. h. das, was die Märkte in den nächsten 5 bzw. 10 Jahren an durchschnittlicher Inflation erwarten) derzeit bei knapp 2.40 %. Das ist ein Niveau, mit dem die meisten politischen Entscheidungsträger zufrieden wären. Es liegt auch fast 6% unter den aktuellen Gesamtinflationsraten in den Vereinigten Staaten, die Ende September bei 8.2 % lagen.

Zwar scheint es kaum Zweifel daran zu geben, dass die Gesamtinflationsraten im nächsten Jahr sinken werden, doch was passiert, wenn sie nicht so stark sinken, wie der Markt erwartet und sich stattdessen in einem Bereich von näher an 5 % pro Jahr einpendeln? Dieses Szenario wäre gut für die Edelmetalle, denn dann werden die Menschen erkennen, dass die Inflation nicht auf das Niveau von vor 2020 zurückgehen, sondern sich zwischen 4 und 6 % einpendeln wird.

Ein weiteres positives Zeichen sind die Goldaktien, die auf eine baldige Marktwende deuten. Obwohl sie ein anderes Risiko- und Ertragsprofil aufweisen, besteht zweifellos ein Zusammenhang zwischen dem Aktienkurs von Goldminenunternehmen und dem Goldpreis selbst. Aufgrund ihres höheren Risikos erzielen Goldaktien in Bullenmärkten häufig eine überdurchschnittliche Performance, während sie in Bullenmärkten in der Regel eine unterdurchschnittliche Performance aufweisen.

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Aktienmärkte

Amerikanische Märkte:

Der amerikanische Aktienmarkt rang vergangene Woche nach Luft. Mit einer Kursverbesserung von fast 4 % durften die amerikanischen Kapitalmärkte mal wieder ein wenig Rückenwind spüren. Der US500 schloss die Woche mit 3750 Punkten und konnte sich somit wieder über seine Unterstützung von 3600 Punkten retten. Seit Mitte August stehen die Kapitalmärkte unter enormen Druck, gut ist daher zu sehen, dass die Märkte sich wenigsten vorübergehend ein wenig erholen dürfen. Ob es mit dieser Erholung in der folgenden Woche weitergehen darf, ist noch unklar. Am 2. November ist erneut eine FED-Sitzung, an der man über das weitere Vorgehen in der Zinspolitik debattieren wird. Der FED-Entscheid in Bezug auf die Leitzinssatzerhöhungen wird die Märkte buchstäblich definieren, so wie es bei den vergangenen Sitzungen auch schon der Fall war. Trotz den negativen CPI-Daten von vorletzter Woche und den anstehend Leitzinssatzerhöhungen durch die FED, scheinen die amerikanischen Aktienmärkte Lust vor Luft nach oben zu haben. Wie lange wir dieser kleine Run anhalten können?

Europäische Märkte:

Die europäischen Märkte erlebten, wie die amerikanischen einen guten Aufschwung in der letzten Woche. Der DE40 schloss die Woche auf 12870 Punkte und konnte wieder über die wichtige Grenze von 12500 Punkten steigen. Der Index konnte ganze 3.5 % zulegen und so auch die Woche positiv schliessen. Diese Kursverbesserung ist schwer zu begründen, letzte Woche gab es wenig politische Entwicklung, die einen 4% Anstieg in den Aktienmärkten erklärt. Zu vermuten ist, dass die Märkte in den USA mit einer Verlangsamung der Leitzinssatzerhöhungen rechnen. Ob sich dies aber bewahrheitet, werden wir erst in den kommenden Wochen herausfinden. Die europäischen Märkte schauen gespannt auf ihre Firmen, 118 Unternehmen veröffentlichen die kommende Woche ihre Quartalsberichte, gespannt sind die Märkte besonders für die Berichte der Credit Suisse, HSBC und TotalEnergies.

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Krypto

Im Vergleich zur Vorwoche gaben Bitcoin und andere Kryptos stark an Volatilität ab. So bewegte sich der Bitcoin „nur“ in einer Range von 4-6 %, was sehr wenig für diesen noch jungen Markt ist. Alle Bewegungen im Markt waren vom Donnerstagabend in den Freitagmorgen zu sehen, ansonsten bewegten sich die Krypto seitwärts ohne Boden gut zu machen. Bitcoin verliert mehr und mehr seine Korrelation zum US500, welche vor ein paar Wochen nicht zu übersehen war. Wie sich die kommenden Wochen auf die Kryptos auswirken wird ist schwer zu sagen, vor allem jetzt, wo Bitcoin auch seine Korrelation zu den Kapitalmärkten verloren hat. Klar ist allerdings, dass wenn Bitcoin unter 20,500 bleibt, er auch nicht weiter steigen wird.

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