philoro Podcast #36 - Analyse und Vorschau KW 45 2021

philoro Podcast #36 - Analyse und Vorschau KW 45 2021 09.11.2021

Folge 36 des philoro Podcasts. Ein kurzer, aktueller Ausblick auf Märkte und Trends. Ein Marktbericht mit Insights aus der philoro Zentrale.

Goldkommentar zur KW45 2021 (Podcast)

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Goldkommentar zur KW45 (Textversion)

Nach Wochen des Zögerns und des Abwartens ist es jetzt offensichtlich so weit: Die hohen und höchsten Inflationsraten der letzten zehn Jahre beginnen erste – zunächst noch unterschiedliche - Reaktionen der Zentralbanken hervorzurufen.

Die US-Notenbank Federal Reserve Bank hat in der Vorwoche angekündigt, mit dem schon länger erwarteten Tapering zu beginnen und die Rückkäufe staatlicher Anleihen schrittweise zurückzufahren. Bis zur Jahresmitte 2022 sollen monatlich 15 Milliarden Dollar weniger für das Rückkaufprogramm aufgewendet werden und damit der starke Liquiditätszuschuß der als Konjunkturstütze geplant war, verlangsamt werden. Bisher wurden 120 Milliarden Dollar monatlich in das Rückkaufprogramm investiert, Ende Juni soll es dann bei 0 landen.

Eine Anhebung des Leitzinses ist aber in den USA noch nicht absehbar. Der bleibt trotz der im September auf 5,4 Prozent gestiegenen Preissteigerung, die damit deutlich über den vorausgesagten rund zwei Prozent liegt, unverändert bei 0 bis 0,25%.

Auch in der Europäischen Zentralbank glaubt man noch an einen Rückgang der ungewöhnlich hohen Inflationsraten und will daher – noch – nicht an der Zinsschraube drehen.

Anders als die Präsidentin der EZB Christine Lagarde scheint die hohe Inflation dem Gouverneur der Österreichischen Nationalbank Robert Holzmann Sorgen zu bereiten. Auch er hält die gegenwärtige Inflation für zeitlich begrenzt, ist aber von einem starken Rückgang nicht überzeugt.

Anders die Notenbanken Ungarns, Tschechiens und Polens, die die Leitzinsen bereits angehoben haben – sie glauben nicht an einen baldigen Preisabschwung.

Während gute Konjunkturdaten den wichtigsten US-Indices neuerlich zu einem kleinen Gewinn verhalfen, hat sich der Goldpreis nunmehr offensichtlich stabilisiert. Mit rund 1.818 US-Dollar hat er am Freitag zu Handelsschluss die magische 1.800 Dollar Grenze wieder nach oben überschritten und seine länger anhaltende Schwächephase wohl überwunden. Auch die Gold Futures haben auf den internationalen Märkten deutlich angezogen.

Beendet wurde aber zumindest vorübergehend der Höhenflug der Kryptowährung Bitcoin, die ein Prozent Wertverlust hinnehmen musste.

Die unterschiedlichen Signale der Zentralbaken lassen aber doch erkennen, daß man dem Phänomen der ungewöhnlich starken Preissteigerung mit Vorsicht gegenüber steht. Es stellt sich zunehmend die Frage, welche Anlageformen auf die Dauer mit niedrigen oder keinen Zinsen bei anhaltender hoher Inflation ertragreich sein sollten. Gold kann darauf die Antwort geben, da es langfristig in jedem Fall stabil bleiben wird.

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