zum Hauptinhalt springen
Zurück

Bedarf nach Gold unverändert hoch – Goldpreis könnte Boden bilden

Schweizer Edelmetallhändler verzeichnet grössere Warenkörbe und Interesse an grösserer Stückelung.

30. Juli 2026

St. Gallen, 30.07.2026 - Die weltweite Goldnachfrage hat sich im zweiten Quartal stabilisiert. Grund dafür war unter anderem der Rückgang bei den Edelmetallpreisen. Insgesamt lag der Bedarf nach Gold im zweiten Quartal bei 1'269 Tonnen, was nur leicht höher ist als der Wert vom Vorjahr. Dies berichtet die Branchenorganisation World Gold Council (WGC) im aktuellen Report. Der Schweizer Edelmetallhändler philoro schätzt, dass der Goldpreis nach der jüngsten Abwärtsbewegung nun einen Boden finden und sich schrittweise erholen dürfte. Das WGC rechnet damit, dass Investitions-Gold auch in der zweiten Jahreshälfte der wichtigste Treiber des Nachfragewachstums bleiben wird. Die Zentralbanken seien weiterhin auf Kurs für ein weiteres starkes Jahr.

Die Zentralbanken tätigten im zweiten Quartal umfangreiche Goldkäufe in Höhe von 289 Tonnen, was satten 62 Prozent mehr als im Vorjahresquartal entspricht. Gold-ETFs standen im zweiten Quartal unter Verkaufsdruck (-45 Tonnen). Die moderaten Mittelabflüsse waren eine Reaktion auf den schwächeren Goldpreis sowie – insbesondere in Nordamerika – auf nach oben korrigierte Erwartungen hinsichtlich Inflation und Zinssätzen sowie auf einen stärkeren US-Dollar, wie das WGC mitteilt.

Die Investitionen in Goldbarren und -münzen blieben im zweiten Quartal mit 307 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr stabil. Dies deutet auf eine Rückkehr zu einem normaleren Kaufverhalten nach zwei aussergewöhnlich starken Quartalen hin. Zu den Ländern mit besonders hohem Bedarf nach Anlagegold gehören nach wie vor Indien mit 50 Tonnen (+9% gegenüber Vorjahr) und China mit 107 Tonnen (-7%). Auch der Mittlere Osten und Russland sind grosse Abnehmer von Anlageprodukten aus Gold. Im Konfliktland Iran allerdings ist die Nachfrage um 53 Prozent auf 6 Tonnen gesunken. In Europa hat der Bedarf gemäss Statistik um 27 Prozent abgenommen auf 22 Tonnen, in der Schweiz sogar um 57 Prozent auf 3 Tonnen.

Umfangreichere Warenkörbe und grössere Stückelungen

Der Schweizer Edelmetallhändler philoro spürte den vom WGC verbuchten statistischen Rücksetzer allerdings nicht. Vielmehr verzeichnet philoro SCHWEIZ bezüglich Verkauf von Barren und Münzen aus Gold und Silber im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Umsatzsteigerung. Die Anzahl Transaktionen ging zwar zurück, aber die Warenkörbe wurden erheblich grösser. Selbst im Privatkundengeschäft stieg der Durchschnittskorb um gut 42 Prozent. Auch bezüglich Stückelungen zeigt sich, dass Gold- und Silberbarren gegenüber den Münzen an Bedeutung gewonnen haben.

Gemessen an der verkauften Stückzahl war bei den Goldmünzen das Goldvreneli 20 Franken am beliebtesten, gefolgt vom Krügerrand und dem Wiener Philharmoniker jeweils 1 Unze. Ebenfalls gemessen an der Stückzahl war bei Silber der Maple Leaf 1 Unze am meisten gefragt.

Privatkunden profitieren beim Verkauf von altem Schmuck

Beim Ankauf von Gold und Silber hat der Anteil von Altgold und Altsilber in Form von Schmuck, Silberbesteck, Dentalgold und ähnlichem bei philoro im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen, während der Ankauf von Anlageprodukten in Form von Münzen und Barren zurückgegangen ist. Auf einen langen Zeitraum betrachtet sind die Edelmetallpreise weiterhin auf einem hohen Niveau, was von Privatkunden eher dazu genutzt wurde, sich von altem Schmuck zu trennen, als dass sie ihre Anlagemünzen verkauften.

Geht es um den Kauf von neuem Schmuck so viel die weltweite Nachfrage laut World Gold Council mit 278 Tonnen im zweiten Quartal dieses Jahres auf das niedrigste Quartalsvolumen seit der Pandemie. Ursache dafür waren die hohen Goldpreise und der anhaltende Inflationsdruck, die die Erschwinglichkeit weiter einschränkten. Der Goldverbrauch in der Technologiebranche legte leicht auf 80 Tonnen zu (+2% gegenüber Vorjahr). Die steigende Nachfrage im Zusammenhang mit Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) konnte die Schwäche im Markt für Unterhaltungselektronik ausgleichen.

Das zweite Quartal war für den Goldpreis das schwächste seit über einem Jahrzehnt. Nach einer Rekordserie bis Ende Januar kam es zu einer deutlichen Korrektur, ausgelöst vor allem durch die Erwartung steigender Zinsen und die Auflösung spekulativer Positionen. Die physische Nachfrage nach Gold blieb dabei robust, Zentralbanken und Privatanleger kauften weiter zu. Aus Sicht von philoro war es eine Bereinigung des spekulativ aufgeblähten Papiermarktes in den USA, physisch war die Nachfrage auf einer gesunden Basis.

Goldpreis dürfte nach Abwärtsbewegung einen Boden finden

Seit dem Junitief hat sich der Preis stabilisiert und die Marke von 4'000 US-Dollar beziehungsweise 3'000 Schweizer Franken pro Feinunze konnte sich behaupten. Die Erholung kam ohne geopolitischen Auslöser, also aus organischer Nachfrage heraus. «Unsere Einschätzung seit Juni ist, dass die Abwärtsbewegung einen Boden finden könnte», sagt Christian Brenner, CEO von philoro. «Es könnte bald schrittweise eine Erholung folgen», ergänzt er.

Kurzfristig bleibt die Geldpolitik der bestimmende Faktor, Langfristig ist das Bild unverändert: Zentralbanken bauen ihre Reserven weiter aus, die Verschuldung der grossen Industriestaaten bleibt ungelöst. «Wer Gold als Versicherung hält, darf mit gutem Gewissen bei dieser Strategie bleiben», erklärt Edelmetallexperte Brenner und ergänzt: «Edelmetalle sollte man nicht anlassbezogen kaufen, obgleich jetzt vermutlich ein guter Zeitpunkt für Zukäufe ist.»

«Blickt man auf das vergangene Quartal, zeigt sich zwar eine Abkühlung, doch der Rückblick über ein ganzes Jahr lässt die grundsätzliche Richtung des Goldpreises erkennen», betont Christian Brenner von philoro. Am Ende des zweiten Quartals 2026 lag der Goldpreis bei 4'015.51 US-Dollar beziehungsweise 3'241 Schweizer Franken pro Unze. Doch ein Jahr zuvor war der Wert des gelben Edelmetalls deutlich tiefer, womit in US-Dollar eine Rendite von 21,6 Prozent resultierte und in Schweizer Franken sogar 23,5 Prozent. «Aktuell sehen wir noch keine Trendwende, aber eine Normalisierung auf einem weiterhin hohen Marktniveau», so Brenner.

Grossbanken rechnen langfristig mit steigendem Goldpreis

Die Grossbanken haben die Goldpreis-Prognosen zwar etwas zurückgestuft, sie erwarten aber auf lange Sicht einen Preisanstieg beim gelben Edelmetall. Die Spanne für das Jahresende liegt grob zwischen 4'300 und 4'900 US-Dollar pro Feinunze, für 2027 zwischen 5'000 und 5'600 US-Dollar, mit einzelnen deutlich optimistischeren Stimmen.

Medienkontakt

Christian Brenner, CEO philoro Schweiz AG

christian.brenner@philoro.com

Christian Iten, PR Manager, philoro Schweiz AG

+41 79 306 81 01, christian.iten@philoro.com

Über philoro SCHWEIZ AG

Die philoro SCHWEIZ AG wurde 2017 gegründet. Der europaweit agierende Edelmetallhändler ist Teil der 2011 in Wien gegründeten philoro HOLDING GmbH und zählt zu den führenden privaten Anbietern im Bereich der qualitativ hochwertigen Edelmetallveranlagung in Europa. Das Familienunternehmen hat mehr als eine Million Kunden, rund 300 Mitarbeitende und umfasst 17 Standorte im deutschsprachigen Raum sowie eine Niederlassung in New York. Die Filialen in der Schweiz befinden sich in Wittenbach bei St. Gallen und in Zürich nahe der Bahnhofstrasse. Eine Liechtensteiner Filiale gibt es in Eschen. Mit dem GOLDWERK im österreichischen Korneuburg kann philoro als Produzent Edelmetalle wieder in den Wertekreislauf zurückführen und die gesamte Wertschöpfungskette abbilden. Die philoro-Dienstleistungen umfassen das gesamte Spektrum der Veranlagung in Edelmetalle. Dazu gehören der An- und Verkauf sowie die Lagerung von Edelmetallmetallen, das Angebot von Edelmetall-Abos und die persönliche Beratung für private und institutionelle Anleger. Neben höchsten Service- und Sicherheitsstandards im Online-Shop ebenso wie im Filialbetrieb steht philoro für höchste Qualitätsansprüche im Handel und Vertrieb, aber auch bei der Produktqualität seiner Goldbestände – von der zertifizierten, nachhaltigen Goldproduktion gemäss LBMA (London Bullion Market Association) bis zur Verarbeitung der Barren und Münzen. Qualitätsmanagement und Servicequalität von Philoro sind vielfach ausgezeichnet – u.a. von TÜV NORD und Focus Money.philoro.ch