Gold notiert auf historischen Höchstständen – doch es geht um weit mehr als den Preis. In diesem Faktencheck zeigt philoro TV, warum Gold nicht länger nur Absicherung am Rand ist, sondern ins Zentrum des globalen Finanzsystems rückt.
Gold ist nicht mehr das, was es einmal war
Die aktuellen Rekordpreise sind kein Zufall und keine kurzfristige Übertreibung. Sie sind Ausdruck einer tiefgreifenden Verschiebung: wirtschaftlich, geopolitisch und monetär. Was wir derzeit erleben, ist kein normales Marktumfeld – sondern das Ende alter Gewissheiten. Immer mehr Analysten, Banken und Investoren erkennen:
Gold reagiert nicht mehr nur auf Krisen. Es verändert seine Funktion.
Was das Weltwirtschaftsforum über die Zukunft verrät
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos zeigt sich ein klares Stimmungsbild:
Rund 50 Prozent der Befragten erwarten in den nächsten zwei Jahren turbulente oder stürmische Zeiten
Weitere 40 Prozent rechnen zumindest mit Instabilität
Nur eine Minderheit glaubt an Ruhe oder Stabilität
Die grössten Risiken:
Wirtschaftskonflikte
geopolitische Spannungen
gesellschaftliche Polarisierung
Vertrauensverlust durch Desinformation und KI
Selbst globale Entscheidungsträger rechnen nicht mehr mit einer Rückkehr zur alten Ordnung.
Warum Vertrauen zur entscheidenden Währung wird
In Davos fällt ein Satz besonders ins Gewicht:
Die alte Weltordnung wird nicht zurückkommen.
Die Welt teilt sich neu auf, Machtblöcke entstehen, geopolitische Interessen dominieren. Vertrauen zwischen Staaten, Währungen und Handelspartnern schwindet – und genau hier beginnt Gold, seine neue Rolle einzunehmen.
Gold wird nicht mehr nur als Versicherung gehalten.
Es wird zum stabilen Bezugspunkt in einer instabilen Welt.
Vom Beiprodukt zum Kern-Asset
Früher:
Goldstandard → Mass aller Dinge
Danach: Gold als Absicherung, als Beimischung im Portfolio
Heute:
Aktien steigen und Gold steigt
Zentralbanken bauen Goldreserven massiv aus
Dollar-Reserven werden reduziert
Schuldenstände explodieren
Vertrauen in Fiat-Währungen schwindet
Gold entwickelt sich vom defensiven Schutzinstrument zum zentralen Vermögensanker.
Warum klassische Modelle ausgedient haben
Das traditionelle 60/40-Portfolio (Aktien/Anleihen) verliert an Aussagekraft.
Neue Modelle rücken Gold ins Zentrum, etwa:
60 / 20 / 20 – mit Gold als gleichwertiger Säule
Parallel dazu:
De-Dollarisation ist zur Strategie geworden
Länder wie China reduzieren US-Anleihen auf Mehrjahrestiefs
Gold wird wieder monetär gedacht – nicht spekulativ
Warum Rücksetzer möglich, aber der Trend strukturell ist
Natürlich wird es Rücksetzer geben.
Doch der aktuelle Preisanstieg ist kein kurzfristiger Hype.
Er spiegelt:
den Vertrauensverlust in das bestehende System
die Angst vor Schulden- und Finanzkrisen
die Suche nach einer letzten, politisch unabhängigen Sicherheit
Gold ist nicht mehr nur Schutz vor fallenden Aktien – sondern Absicherung gegen systemische Brüche.
Was denken Sie?
Ist Gold auf dem Weg zurück ins Zentrum des Finanzsystems – oder erleben wir nur eine extreme Phase?
Diskutieren Sie mit:
in den Kommentaren unter dem Video
oder per Mail an [email protected]