Doch während diese Rekorde Schlagzeilen machen, spielt sich im Hintergrund eine noch grössere Überraschung ab: Platin erreicht historische Höchststände – und rückt plötzlich ins Zentrum des Anlegerinteresses.
Im aktuellen FAKTENCHECK von philoro TV analysieren wir, warum Platin gerade jetzt so stark ist, welche Kräfte den Markt treiben und welche Chancen – aber auch Risiken – sich daraus ergeben.
Gold und Silber sprengen Prognosen
Der Edelmetallmarkt erlebt eine Phase, wie sie selbst erfahrene Marktbeobachter überrascht:
Gold: rund 5'080 US-Dollar je Feinunze
Silber: rund 110 US-Dollar je Feinunze
Getrieben wird diese Entwicklung von geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und einem wachsenden Misstrauen gegenüber dem globalen Finanzsystem. Themen wie Strafzölle, politische Konflikte und eine zunehmende Polarisierung sorgen dafür, dass Anleger verstärkt nach realen Werten suchen.
Doch genau hier beginnt die eigentliche Geschichte erst.
Der Debasement Trade – warum Fiatgeld unter Druck gerät
Ein zentraler, oft unterschätzter Preistreiber ist der sogenannte Debasement Trade. Dahinter steckt die Erwartung, dass grosse Währungen durch Schulden, Geldschöpfung und politische Eingriffe an Kaufkraft verlieren.
Typische Signale dafür:
Investoren stossen US-Staatsanleihen ab
Zentralbanken und Fonds reduzieren Dollar-Reserven
Kapital fliesst in wertebeständige Sachanlagen
Aktuelle Beispiele – etwa aus China oder europäischen Pensionsfonds – zeigen: Dieser Vertrauensverlust ist kein theoretisches Szenario mehr, sondern findet real statt. Edelmetalle profitieren davon direkt.
Goldene Zeiten für Platin
Platin hat sich still und leise zum Star entwickelt:
Preis: rund 2'724 US-Dollar / ca. 2'297 Euro
Jahresperformance: +204 Prozent
Neues Allzeithoch, deutlich über dem bisherigen Rekord von 2008
Damit übertrifft Platin viele Erwartungen – und das aus mehreren Gründen.
Das doppelte Momentum hinter dem Platin-Preis
Platin wird aktuell von zwei Seiten angetrieben:
Angebotsdefizit:
2025 voraussichtlich das dritte Defizitjahr in Folge
Begrenzte Fördermengen treffen auf stabile Nachfrage
Industrielle Nachfrage:
Unverzichtbar für Katalysatoren in Verbrennungsmotoren
Das abgeschwächte EU-Verbrenner-Aus verlängert den Bedarf
Automobilindustrie bleibt ein zentraler Abnehmer
Zusätzlich kommen Investoren hinzu, die – angestossen durch Silber – gezielt nach Metallen mit Nachholpotenzial suchen.
Platin und Palladium: grosse Spanne, grosse Unsicherheit
Die Prognosen zeigen, wie aussergewöhnlich die aktuelle Lage ist:
Platin (LBMA-Umfrage):
Optimistisch: bis 3'600 US-Dollar
Pessimistisch: bis 1'300 US-Dollar
Palladium (aktuell ca. 2'114 US-Dollar):
Prognosespanne: 1'090 bis 2'900 US-Dollar
Stark abhängig von Konjunktur und Autoindustrie
Diese Bandbreiten machen deutlich: Potenzial und Risiko liegen eng beieinander – typisch für Märkte im Umbruch.
Mehr als nur Gold und Silber?
Platin und Palladium sind keine Ersatzwährungen für Gold – aber sie können strategische Ergänzungen sein:
Profiteure geopolitischer und monetärer Unsicherheit
Stark an reale industrielle Nachfrage gekoppelt
Höhere Volatilität, dafür oft größeres Hebelpotenzial
Für Anleger mit langfristigem Horizont und Risikobewusstsein eröffnen sich hier neue Perspektiven jenseits der klassischen Edelmetalle.
Ihre Meinung ist gefragt! Sind Platin oder Palladium für Sie eine echte Alternative – oder bleiben Gold und Silber ungeschlagen? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren unter dem Video oder schreiben Sie an [email protected].